Es hat sich ausgepandat, zumindest für den Exildeutschen. Eine Woche Surfurlaub gehen in die Annalen ein, und es war wie immer ein Fest. Doch bevor die Tränenwogen zu hoch schlagen, fassen wir doch lieber noch einmal die vergangenen zwei Tage, also Freitag und Samstag zusammen.
Nach unserer Taucherei hatte sich ein nicht kleiner Hunger und auch Durst angesammelt. Also wurde spontan eine Brotzeit einberufen, bei der unsere Mitaliener uns ausgiebig über die visuellen Anhaltspunkte für die Qualität einer Salami aufklärten. Auch das eine oder andere Bier kühlte die trockene Kehle, während die müden Beine im Pool baumelten. Nach dem Abendessen, wie immer vorzüglich zubereitet durch Chefkoch, Taxifahrer und Welterklärer Luis, gingen wir zum entspannten Teil des Abends über und es wurde die erste Revue gezogen. Die Gesprächsthemen reichten hierbei von der Heisenbergschen Unschärferelation über die stetig schwindenden Bierbestände bis hin zu der Konsistenz von Honolulu Magma. An einem gewissen Punkt war dann der kritische Augenblick erreicht: Neuer Vorrat musste her. Glücklicherweise hatte unsere Lieblingstankstelle aus den Fehlern der Vortage gelernt und den Kühlschrank ordentlich wieder aufgefüllt. So langsam stellte sich auch ein erneutes Hungergefühl ein - schließlich hatten wir erst fünf Mahlzeiten verspeist - und so kamen wir in den Genuss einer nach italienischer Hausart zubereiteten kleinen Portion, quasi nur um den Gaumen zu necken, Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncino. Erneut entbrannte eine Parmesandebatte, nachdem vorher schon der Knoblauch und anschließend der Hals gebrannt hatten. Alles in allem ein etwas ruhigerer Abend, der dann auch zwischen 2 und 5 Uhr endete.
Gestern standen dann pünktlich halb zehn wieder alle auf der Matte, um auf Wellensuche zu gehen. Und wir wurden fündig! Das Meer hatte unsere Gebete erhört und gab allen die Gelegenheit, das gekonnte Abspringen in knöcheltiefes Wasser auf ein Riff zu üben. Auf Grund der Gezeitensituation verschlungen wir zum Mittag wie eine Horde hungriger Hyänen unser Putensandwich und stürzten uns nach nur einer Stunde Pause erneut in die Flut(en). Leider verschlechterte sich im Laufe der Einheit das Bild merklich, aber es war trotzdem ein schöner letzter Surftag. Dann hieß es für uns Zeit tot schlagen, bis Luis uns mit einem kleinen Umweg zum Flughafen wieder zurück ins Camp fuhr. In dieser Zeit lernten wir auch drei neue Campgäste kennen, die die Kunst der Vorstellungsrunde noch gewaltig üben müssen. Da dies unsere erste Mittagseinheit war, hatten alle die Strahlkraft der afrikanischen Sonne etwas unterschätzt und leichte Rötungen waren zu erkennen. Wir entschlossen uns, das Problem mit einer Hopfenkur zu behandeln, um die Zeit bis zum Abendessen und anschließender Afterparty - ein Teil der Gruppe hatte sich zu einer Bootparty überreden lassen - zu überbrücken. Als wir schließlich gegen 10 am Akustito aufschlugen, war von einer Feier leider wenig zu sehen, aber sehr gute Mojitos und Musik konnten uns den Abend zumindest zeitweise versüßen. Letztendlich machten wir uns aber dann doch auf die Suche nach einem etwas lebendigeren Lokal...und landeten ungewollt wieder in Las Veronicas. An dieser Stelle war der Elan der Müdigkeit und auch Trunkenheit nicht mehr gewachsen und wir traten nach kurzer Verhandlung mit einem gesetzestreuen Taxifahrer die Heimreise an. Zurück im Basislager war der Schwund dann doch groß, alle brauchten wohl etwas Schlaf.
Ich hoffe die Jungs hatten heute nochmal super Wellen und morgen auch, aber das werden sie ja selbst noch kund tun. Mir bleibt jetzt nur der Heimflug, nachdem die neunköpfige britische Familie vor mir erstmal bestimmt eine Viertelstunde damit zubrachte, am Check in Schalter ihre Koffer umzupacken ("Schwere Sachen ins Handgepäck! Auch die große Sonnencreme!"). Der Sommer ist vorbei. Aber er war super.

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