Mittwoch, 23. September 2015

No towel - no shower!

Wir sind zurück. Alle leben noch. Der ein oder andere hat eine andere Hautfarbe. Manchmal schlägt die Sonne sogar auf die Haarfarbe durch. Aber der Gemütszustand bleibt derselbe.

Insgesamt lässt sich feststellen: Es war wieder ein extrem erholsamer Urlaub, neben viel Schlaf, einem gesunden Frühstück und immer genügend warmen Wasser in den Duschen, haben wir die Vorzüge von kettenrauchenden Belgiern, mitternächtlichen Pastaportionen und einem fast durchgehend geöffneten Minimarkt lieben gelernt. Unser stets gut gelaunter Camp-Chef Fernando hat immer für genügend Wellen während der Surfeinheiten gesorgt, sodass uns Lia mit ihrem abwechslungsreichen Vokabular zu Höchstleistungen beim Surfen anregte. Dabei bereue ich zutiefst, dass der Witz von Manni dieses Jahr unerzählt blieb.

Für die Zukunft des Campes bleibt uns zu hoffen, dass sich Lias Hunde mit den Psycho-Kiddies und den Suizid-Geckos gut verstehen. Wobei das Projekt unter einem guten Stern steht, denn der Weberknecht hat die Hundehütte hauptverantwortlich gebaut und er versteht etwas von seinem Geschäft, immerhin wohnt er in einem Van. Wir haben die Raygentschaft kurz vor unserer Abreise an den im österreichischen Untergrund regierenden rumänischstämmigen Kris weitergegeben, der aber auch bald in Rente geht. Das Flipcup Spiel wurde durch den Urlaub internationalisiert, ich vermute es entsteht ein neues Flipcupcamp in Norditalien direkt neben der Alfa Romeo Werkstatt von Giulia.

Für unsere nächste Surfeinheit wünschen wir uns vom Wellengott mehr Gnädigkeit um nicht komplett durchzuscheitern. Und nicht vergessen: Parallel!

Wir verabschieden uns mit einem kleinen Bildergruß zu dem hervorragend unsere Urlaubsmelodie passt:

El Vega - Only Local







Unser täglich Brot

Durch den seit kurzen zum Fotograf mutierten Exilitaliener Ivo, der sein lukratives Auto- und Radioklaugeschäft aufgab, kommt ihr hier in den Genuss unserer unglaublichen Surfskillz in kleinen Wellen.









Montag, 21. September 2015

Rumpfspanisch

Nach der tränenreichen Verabschiedung des exildeutchen Pandas ging es hochmotiviert an eine neue Surfeinheit. Diese fand allerdings ohne Wellen statt, sodass mehr gedümpelt als gesurft wurde. Da es Nachmittags noch schlechter werden sollte, wurden die beiden Einheiten des Tages auch gleich zu einer zusammengelegt. Danach gab es Picknick und einen Trost-Mojito zum Ausgleich. Weil aber auch Dümpeln anstrengt, wurde die nachmittägliche Siesta im Camp sehnsüchtig erwartet. Vorher mussten allerdings noch die beiden Italiener verabschiedet werden, die sich in Erwartung europäischen Winterwetters schon passend in lange Hose und Pullover verpackt hatten.

Nach der Siesta wurden wir mit dem Ausblick auf einen ansehnlichen Sonnenuntergang noch einmal in den Van gelockt um an den Strand zu fahren. Der überhastete Aufbruch und die Aussage "nur ein Handtuch" hätten uns schon zu denken geben müssen, aber 10 s nach dem Aufstehen steht das Gehirn eben noch auf Autopilot. Auf dem Weg zum Strand hielt sich Mama Ente wie immer an die Geschwindigkeitsbegrenzung, dumm nur dass das Limit von 30 km/h auf der zu befahrenden Straße eher als Herausforderung, denn als Einschränkung zu verstehen war. Endlich angekommen offenbarte sich uns das wahre Ziel des Ausflugs: eine aufgegebene Hafenanlage mit einer etwa 7 m hohen Kaimauer. Schnell war klar was zu tun wahr: Doch nicht etwa da runter springen! Nach dem aber die Leiten(t,d)e klar gemacht hatte, wie es geht, wagten auch die Bärchen den Absprung. Einige kostete das Flüggewerden dabei mehr Bedenkzeit als andere, aber am Ende flogen doch alle. Dieser Teil des Tages kann somit zu Recht als der Höhepunkt bezeichnet werden. Der Abend klang dann vergleichsweise ruhig bei einer kurzen Runde Flip-Cup aus.

 
 
 
 
Standesgemäß erholt ging es am nächsten Morgen zur ersten Einheit. Und siehe da, der Wellengott war gnädig und bescherte uns die bisher besten Wellen des Urlaubs. Entsprechend zufrieden waren auch die meisten Teilnehmer. Nun erwartet uns des Mittagessen und eine kurze Siesta in Vorbereitung auf die letzte Einheit des Urlaubs mit noch höheren Wellen und somit viel Spannung. 

Gastbeitrag von Mattia


Cari ragazzi,

é sempre bello interfacciarsi con persone diverse da se stessi, per cultura, lingua e provenienza, conoscere le loro abitudini, modi di vivere ed intendere ció che li circonda.

Sono sempre stato interessato a capire come chi non viene dal mio “bel” paese ci vede, come interpreta la nostra cultura, totalmente senza senso e logica.

Politica, moda, cucina, attenzione alla futilitá…la nostra gestualitá assurda nell´esprimerci…divertente, sicuro! Per voi e per noi, quando lo ci si fá notare: come vedere allo specchio ció che si é ma non si percepise!

L´alcol che mi avete fatto ingerire sta settimana mi ha quasi fatto diventar filosofo, o forse un Mike canario…penso che le due cose corrispondano!!!

MI

Sonntag, 20. September 2015

Pukipedia

Es hat sich ausgepandat, zumindest für den Exildeutschen. Eine Woche Surfurlaub gehen in die Annalen ein, und es war wie immer ein Fest. Doch bevor die Tränenwogen zu hoch schlagen, fassen wir doch lieber noch einmal die vergangenen zwei Tage, also Freitag und Samstag zusammen.

Nach unserer Taucherei hatte sich ein nicht kleiner Hunger und auch Durst angesammelt. Also wurde spontan eine Brotzeit einberufen, bei der unsere Mitaliener uns ausgiebig über die visuellen Anhaltspunkte für die Qualität einer Salami aufklärten. Auch das eine oder andere Bier kühlte die trockene Kehle, während die müden Beine im Pool baumelten. Nach dem Abendessen, wie immer vorzüglich zubereitet durch Chefkoch, Taxifahrer und Welterklärer Luis, gingen wir zum entspannten Teil des Abends über und es wurde die erste Revue gezogen. Die Gesprächsthemen reichten hierbei von der Heisenbergschen Unschärferelation über die stetig schwindenden Bierbestände bis hin zu der Konsistenz von Honolulu Magma. An einem gewissen Punkt war dann der kritische Augenblick erreicht: Neuer Vorrat musste her. Glücklicherweise hatte unsere Lieblingstankstelle aus den Fehlern der Vortage gelernt und den Kühlschrank ordentlich wieder aufgefüllt. So langsam stellte sich auch ein erneutes Hungergefühl ein - schließlich hatten wir erst fünf Mahlzeiten verspeist - und so kamen wir in den Genuss einer nach italienischer Hausart zubereiteten kleinen Portion, quasi nur um den Gaumen zu necken, Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncino. Erneut entbrannte eine Parmesandebatte, nachdem vorher schon der Knoblauch und anschließend der Hals gebrannt hatten. Alles in allem ein etwas ruhigerer Abend, der dann auch zwischen 2 und 5 Uhr endete.

 
 
Gestern standen dann pünktlich halb zehn wieder alle auf der Matte, um auf Wellensuche zu gehen. Und wir wurden fündig! Das Meer hatte unsere Gebete erhört und gab allen die Gelegenheit, das gekonnte Abspringen in knöcheltiefes Wasser auf ein Riff zu üben. Auf Grund der Gezeitensituation verschlungen wir zum Mittag wie eine Horde hungriger Hyänen unser Putensandwich und stürzten uns nach nur einer Stunde Pause erneut in die Flut(en). Leider verschlechterte sich im Laufe der Einheit das Bild merklich, aber es war trotzdem ein schöner letzter Surftag. Dann hieß es für uns Zeit tot schlagen, bis Luis uns mit einem kleinen Umweg zum Flughafen wieder zurück ins Camp fuhr. In dieser Zeit lernten wir auch drei neue Campgäste kennen, die die Kunst der Vorstellungsrunde noch gewaltig üben müssen. Da dies unsere erste Mittagseinheit war, hatten alle die Strahlkraft der afrikanischen Sonne etwas unterschätzt und leichte Rötungen waren zu erkennen. Wir entschlossen uns, das Problem mit einer Hopfenkur zu behandeln, um die Zeit bis zum Abendessen und anschließender Afterparty - ein Teil der Gruppe hatte sich zu einer Bootparty überreden lassen - zu überbrücken. Als wir schließlich gegen 10 am Akustito aufschlugen, war von einer Feier leider wenig zu sehen, aber sehr gute Mojitos und Musik konnten uns den Abend zumindest zeitweise versüßen. Letztendlich machten wir uns aber dann doch auf die Suche nach einem etwas lebendigeren Lokal...und landeten ungewollt wieder in Las Veronicas. An dieser Stelle war der Elan der Müdigkeit und auch Trunkenheit nicht mehr gewachsen und wir traten nach kurzer Verhandlung mit einem gesetzestreuen Taxifahrer die Heimreise an. Zurück im Basislager war der Schwund dann doch groß, alle brauchten wohl etwas Schlaf.

 
 
Ich hoffe die Jungs hatten heute nochmal super Wellen und morgen auch, aber das werden sie ja selbst noch kund tun. Mir bleibt jetzt nur der Heimflug, nachdem die neunköpfige britische Familie vor mir erstmal bestimmt eine Viertelstunde damit zubrachte, am Check in Schalter ihre Koffer umzupacken ("Schwere Sachen ins Handgepäck! Auch die große Sonnencreme!"). Der Sommer ist vorbei. Aber er war super.
 

Freitag, 18. September 2015

Bella raga


Nach der allabendlichen Flipcup-Runde entschieden wir uns ein örtliches Fischlokal aufzusuchen um einmal ordentlich an einer Paella zu naschen. Wichtig ist, sich dabei an den spanischen Zeitplan zu halten und nicht vor 22 Uhr im Restaurant zu erscheinen, sonst wird man vom Kellner tiefgründig empört angeschaut. Drum erstmal zwei ordentliche Mojito vom dünnbeinigsten Barkeeper der Welt. Nur um dann festzustellen, dass wir fast zu spät im Restaurant sind und man kurz vorm Schließen ist. Trotzdem stand man unserer Idee einer Riesenpaella als primero plato und einem Fischteller als segundo plato aufgeschlossen gegenüber. Auch wenn die Kellner immer wieder kamen um zu fragen, ob wir wirklich so viel essen wollen und immer mehr Extratische brachten um das Essen aufzubauen. Wir haben trotzdem artig aufgegessen und mussten uns danach gegenseitig die Bäuche massieren um die Verdauung anzuregen. Zum Abschluss gings noch zu einem Nach-Mitternacht-Mojito in eine Bar. Unsere Fahrerin und Entenmutter ließ sich am Ende nur durch Autodachkletterei zum Abfahren bewegen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der heutige Tag gab uns endlich wieder ordentlich Wellen, und wir hatten eine tolle Surfeinheit. Allerdings hat sich die Flut mittlerweile genau in unseren Nachmittag geschoben, sodass wir zu der Zeit nicht surfen können. Stattdessen waren wir Schnorcheln/Tauchen und haben uns an der reichen Schildkröten-Fauna ergötzt. Wir widmen uns nun dem Abschiedsabend von la ragazza Giulia.

Donnerstag, 17. September 2015

"Fuck up work - i gonna stay another week!"

Heute Morgen waren keine Wellen, so entschieden wir uns für eine Wanderung entlang einer Gebirgsspalte...

Naja auch abends waren die Wellen eher mau, also entschieden wir uns einfach nur das Leben zu genießen.

Gleich gehts nach Los Cristianos zu einem Konzert, dass uns unsere Surflehrerin Lia empfahl und anschließend gibts frischen Fisch aus dem Atlantik.

Here we gonna go...





Mittwoch, 16. September 2015

Four Kings


Infinite Flipcup


Es war einmal ein Rudel kleiner Bären, die lebten friedlich auf dem Festland. Niemand nahm Notiz von ihrem pelzigen Dasein bis sie ihre Sachen packten und auf eine Insel ruderten. Dort trafen sie den Meister Lampe, der ihnen einen ganzen Abend lang den Umgang mit Marmelade erklärte. So lernten sie, dass ein marmeladiger Mund Wespen anlockt. Seitdem achten sie darauf, sich immer ihre Mundhaare ordentlich zu waschen. Eines Abends stellte man ihnen einen großen Honigtopf zur Verfügung. Da die Bären nicht gelernt hatten zu wirtschaften, spielten sie ausgiebig mit dem Honigtopf bis er komplett leer war. Dabei halfen ihnen auch ein paar andere Kumpanen aus dem Tierreich von den verschiedensten Kontinenten, obwohl Honig garnicht ihr Lieblingsnahrungsmittel ist. Aber Freunden im Überfluss hilft man gern. Dabei glitt Paolo dem Pfau eine kleine Cashewnuss, ungesalzen und ungeröstet, aus dem Federkleid, und fiel direkt auf den vor ihm stehenden Napf. Die frei werdenden Kräfte liesen den Napf in tausend Stücke zerspringen, sodass er unwiederbringlich verloren war. Daraus lernten die Bären, dass Cashewnüsse und Paolo nicht zusammen an einem Tisch sein sollten. Als der große Honigtopf am Abend alle war, konnten es die Bären nicht glaubten, da sie ich im Überfluss wähnten. Abhilfe konnte sie sich nur schaffen indem sie ein paar nahegelegenen Bienennester kurz vor Zur-Bett-Geh-Zeit ausraubten. Und schon konnte das Honigfestmahl bis tief in die Nacht fortgesetzt werden. Am nächsten Morgen hatten die Bären alle Bauchgrummeln und der Bär mit dem vollsten Barthaar wollte sein Bett nicht verlassen. Deswegen bestand das Rudel zum Spielen nur noch aus wenigen Bären. Diese gingen zum Strand und fanden eine spiegelglatte See vor, sodass sie geknickt und mit hängenden Mundwinkeln zurück in ihre Höhle liefen. Die Moral der Geschicht‘: Honig mit Freunden zaubert ein Lächeln in jedes Gesicht, übertreibt man jedoch, hat am nächsten Morgen ein jeder im Bauch ein großes Loch. Das ist alles halb so wild, zeichnet die See ein ruhiges Bild.
 
 
 
Ein  kleiner  visueller  Nachtrag  zum Montag: